Fallstudie: Wie die Volksbank ONINOs digitale Wertpapierinfrastruktur nutzt

Wenn eine regulierte Regionalbank sowohl Investor als auch Kunde einer digitalen Wertpapierplattform wird, signalisiert das etwas Substanzielleres als eine kommerzielle Partnerschaft. Es spiegelt eine operative Überzeugung wider: Die Infrastruktur ist bereit, der regulatorische Rahmen ist handhabbar, und der Business Case für digitale Wertpapiere auf Bankebene ist real. Die Partnerschaft zwischen ONINO und der Volksbank eG Villingen-Schwenningen ist genau dieses Signal.

Volksbank als Investor und Kunde: Warum die Doppelrolle wichtig ist

Die Volksbank eG Villingen-Schwenningen, eine namhafte regionale Genossenschaftsbank in Baden-Württemberg, engagierte sich mehr als ein Jahr mit ONINO, bevor die Partnerschaft offiziell bekannt gegeben wurde. In diesem Zeitraum entwickelte sich die Beziehung über eine Standard-Anbieter-Kunden-Vereinbarung hinaus. Die Volksbank positionierte sich als Investor in ONINO und setzte gleichzeitig die Plattform als Kunde ein, um ihren eigenen Kunden und Finanzierungsoperationen zu dienen.

Diese Doppelrolle hat im Kontext der Due Diligence für Finanzinfrastruktur eine spezifische Bedeutung. Eine Bank, die eine Plattform gründlich genug untersucht hat, um in sie zu investieren, hat sie per Definition der Art von regulatorischer und operativer Prüfung unterzogen, die externe Validierung allein nicht replizieren kann. Für andere Banken, die digitale Wertpapierinfrastruktur bewerten, liefert die Volksbank-Beziehung einen konkreten Referenzpunkt: Eine regulierte Institution mit BaFin-beaufsichtigten Verpflichtungen hat eine kommerzielle und finanzielle Verpflichtung gegenüber derselben Plattform eingegangen, die sie ihren Kunden empfiehlt.

Die Positionierung der Volksbank innerhalb des regionalen deutschen Bankenökosystems ist ebenfalls relevant. Als Gestalterbank hat das Institut ein etabliertes Mandat, lokale Unternehmen mit Finanzierungslösungen zu verbinden. Dieses Netzwerk, das über Jahrzehnte regionalen Firmenkundengeschäfts aufgebaut wurde, wird zu einer Vertriebsebene für ONINOs digitale Wertpapierfähigkeiten.

Was digitale Wertpapierinfrastruktur für Banken ermöglicht

Die Unterscheidung zwischen digitalem Konsumentenbanking und digitaler Wertpapierinfrastruktur wird in allgemeinen Berichten häufig verwischt, ist aber operativ bedeutsam. Digitales Konsumentenbanking bezieht sich auf die Bereitstellung von Privatkundendienstleistungen über digitale Kanäle. Digitale Wertpapierinfrastruktur bezieht sich auf den technischen und Compliance-Stack, der es einer Bank ermöglicht, regulierte Finanzinstrumente in digitaler Form zu emittieren, zu verwalten und zu vertreiben.

Für eine Regionalbank wie die Volksbank eröffnet die Einführung digitaler Wertpapierinfrastruktur drei distinkte operative Fähigkeiten.

Die erste ist die digitale Instrumentenemission. Eine Bank kann Finanzierungsinstrumente originieren – einschließlich Nachrangdarlehen, Genussrechten oder Schuldtiteln – und sie als digitale Token auf einem regulierten Register emittieren. Das reduziert den administrativen Aufwand papierbasierter Emission und schafft Instrumente, die ohne manuelle Eingriffe übertragbar und nachverfolgbar sind.

Die zweite ist die kundenseitige Produkterweiterung. Eine Bank, die eine digitale Wertpapierplattform betreibt, kann ihren Unternehmenskunden Zugang zu Kapitalmarktinfrastruktur bieten, die zuvor eine vollständige Investmentbank-Beziehung erfordert hätte. KMU-Kunden, die Wachstumsfinanzierung suchen, können über ihre bestehende Bankbeziehung auf einen strukturierten, compliant digitalen Emissionsprozess zugreifen.

Die dritte ist die Sekundärmarktbeteiligung. Digitale Wertpapiere, die auf einer compliant Plattform emittiert werden, können, wo regulatorische Bedingungen es erlauben, auf Sekundärmärkten gehandelt werden. Für Bankkunden, die Positionen in tokenisierten Instrumenten halten, schafft das Liquiditätswege, die traditionelle Privatplatzierungen nicht bieten.

Der operative Anwendungsfall: Von der Ankündigung zur Plattform

Die Volksbank-Partnerschaft trat nach mehr als einem Jahr gemeinsamer Entwicklung und Bewertung in ihre aktive Phase ein. Die Zusammenarbeit umfasst drei operative Bereiche: Marketing und Kundenansprache, Projektorigination über das Firmenkunden-Netzwerk der Volksbank und den Einsatz von ONINOs Plattform für spezifische Finanzierungstransaktionen.

Auf der Seite der Projektorigination bietet das Netzwerk der Volksbank mit regionalen Unternehmen in Baden-Württemberg eine Pipeline potenzieller Emittenten. Unternehmen aus Fertigung, Immobilien und KMU-Kreditvergabe, die mit der Volksbank als primärer Bankpartner zusammenarbeiten, werden neben traditionellen Instrumenten mit digitalen Wertpapieren als Finanzierungsoption vertraut gemacht. Das ist kein Ersatz für bestehende Bankprodukte, sondern eine Erweiterung des Finanzierungsangebots für Kunden, die die Eignungskriterien für ein reguliertes digitales Wertpapierangebot erfüllen.

Die Plattform-Deployment-Komponente bedeutet, dass qualifizierende Transaktionen über ONINOs Emissionsinfrastruktur strukturiert und ausgeführt werden, wobei die Volksbank die Kundenbeziehung und ONINO die technische und Compliance-Ebene bereitstellt. Diese Aufgabenteilung spiegelt das Zwei-Ebenen-Modell wider, das die meisten erfolgreichen Bank-Plattform-Partnerschaften im digitalen Wertpapierbereich charakterisiert: Die Bank behält die Kundenbeziehung und den regulatorischen Status; die Plattform liefert die operative Effizienz und technische Fähigkeit, die intern zu entwickeln unpraktikabel wäre.

Was andere Regionalbanken von diesem Modell lernen können

Der Volksbank-Fall illustriert ein breiteres Muster, das im deutschen und europäischen Bankenmarkt entsteht. Regionalbanken, insbesondere Genossenschafts- und Sparkassen, stehen unter strukturellem Druck, ihrem KMU-Kundenstamm ausgefeiltere Finanzierungsprodukte anzubieten, ohne die Compliance- und Technologiekosten für den Aufbau proprietärer Infrastruktur zu tragen. Digitale Wertpapierplattformen, wenn sie ordnungsgemäß reguliert und integriert sind, bieten einen Weg zu dieser Fähigkeit.

Die wesentlichen Bedingungen, die die Volksbank-Partnerschaft tragfähig gemacht haben, sind replizierbar. Die Plattform muss innerhalb des anwendbaren regulatorischen Rahmens operieren, einschließlich eWpG und MiFID II. Die Bank muss über ein Kundennetzwerk mit echtem Bedarf an strukturierten Finanzierungsinstrumenten jenseits standardmäßiger Bankdarlehen verfügen. Und die Partnerschaftsstruktur muss regulatorische Verantwortlichkeiten klar abgrenzen, damit beide Parteien innerhalb ihres lizenzierten Umfangs operieren.

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FAQ

Wie hat digitales Banking traditionelle Bankpraktiken verändert? Digitales Konsumentenbanking hat die Bereitstellung von Privatkundendienstleistungen auf mobile und Online-Kanäle verlagert. Digitale Wertpapierinfrastruktur stellt eine separate Entwicklung dar: Sie verändert, wie Banken Finanzinstrumente originieren, emittieren und verwalten – nicht nur, wie sie Dienstleistungen an Privatkunden liefern. Beide operieren auf unterschiedlichen Ebenen des Banking-Stacks.

Wie können traditionelle Banken mit Digitalbanken konkurrieren? Regional- und Genossenschaftsbanken verfügen über strukturelle Vorteile im Firmen- und KMU-Banking, die rein digitale Banken nicht leicht replizieren können. Digitale Wertpapierinfrastruktur ermöglicht es diesen Banken, ihre Produktpalette in strukturierte Finanzierung und digitale Kapitalmärkte zu erweitern, ohne ihr zentrales Beziehungsmodell zu verdrängen.

Was ist der Vorteil digitaler Wertpapiere gegenüber traditionellen Bankfinanzierungsinstrumenten? Digitale Wertpapiere reduzieren den administrativen Aufwand, ermöglichen fraktionale Investitionen und breiteren Investorenzugang, schaffen programmierbare Verteilungslogik über Smart Contracts und erlauben den Sekundärmarkthandel, wo regulatorische Bedingungen es gestatten.

Was benötigt eine Bank, um ihren Kunden digitale Wertpapiere anzubieten? Einen regulierten Infrastrukturpartner, der unter eWpG und MiFID II operiert, eine Kundenpipeline mit Nachfrage nach strukturierter Finanzierung, geeignete interne Prozesse für Onboarding und Dokumentation sowie einen klaren regulatorischen Rahmen für die eigene Rolle der Bank im Emissions- und Vertriebsprozess.

Zusammenfassung

  • Die Volksbank eG Villingen-Schwenningen ist sowohl Investor als auch Kunde von ONINO und repräsentiert eine starke institutionelle Validierung der Plattform

  • Die Partnerschaft umfasst Kundenorigination, Marketing und den aktiven Einsatz von ONINOs Infrastruktur für den Firmenkunden-Stamm der Volksbank

  • Digitale Wertpapierinfrastruktur ermöglicht es Banken, strukturierte Finanzierungsinstrumente digital anzubieten, ohne proprietäre Technologie aufzubauen

  • Das Volksbank-Modell ist von anderen Regional- und Genossenschaftsbanken in Deutschland und Europa replizierbar

  • Die Doppel-Investor-Kunden-Beziehung spiegelt mehr als ein Jahr Due Diligence und operative Bewertung vor der formellen Verpflichtung wider

Alexandre Lehr

CEO

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