Lukas Wipf

CPO & Mitgründer

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ONINO bietet Infrastruktur für regulierte tokenisierte Finanzierung in der EU und der Schweiz an.

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Quick Takeaway

Die passende RWA-Tokenisierungsplattform hängt davon ab, wer kauft. Ein Emittent, der zwischen 1 und 50 Millionen Euro einsammelt, braucht eine schnelle Time-to-Launch, eine Anlegerverwaltung, die über 100 Halter hinaus skaliert, sowie einen passenden Rechtsmantel unter MiFID II, eWpG, der EU-Prospektverordnung oder MiCAR. Eine Bank oder ein Asset Manager braucht eine White-Label-Architektur, Multi-Emissions-Fähigkeit und einen Compliance-Stack, der zur eigenen Lizenz passt. Der Markt ist nicht mehr leer: Securitize, Tokeny, Centrifuge, Polymath und die ONINO Plattform besetzen unterschiedliche Positionen. Dieser Guide liefert die strukturierte Vergleichslogik, eine Bewertungs-Checkliste und persona-spezifische Empfehlungen.

Wie wählen Sie 2026 eine RWA-Tokenisierungsplattform aus? Der Buyer's Guide für Emittenten, Banken und Asset Manager im DACH-Raum


Was bedeutet RWA-Tokenisierung und was kaufen Sie eigentlich?

RWA-Tokenisierung ist die Begebung regulierter Wertpapiere oder wertreferenzierter Token, die durch einen Off-Chain-Vermögenswert gedeckt sind, also Immobilien, Private Credit, Infrastruktur, Fondsanteile, Commodities oder Kunst. Begeben und verwaltet wird das Instrument über digitale Infrastruktur statt über Papierurkunden und Intermediärketten. Die rechtliche Natur bleibt unverändert. Der Anleger ist Gläubiger oder Anteilsinhaber, und das einschlägige Aufsichtsrecht greift weiterhin.

Was Sie beim Kauf einer Plattform tatsächlich erwerben, ist eine Kombination aus fünf Bausteinen: rechtliche Strukturierungsunterstützung, ein Emissionsmotor, KYC und Onboarding, ein autoritatives Register und das Post-Issuance-Servicing. Anbieter unterscheiden sich darin, welche dieser Bausteine sie selbst halten und welche sie über Partner abdecken.

Wer kauft RWA-Tokenisierungs-Infrastruktur?

Zwei Käuferprofile dominieren im DACH-Raum.

Emittenten, die Kapital aufnehmen wollen, sind Immobilienentwickler, Solar- und Windprojektgesellschaften, Kunstfonds, Private-Credit-Operatoren und SME-Treasury-Verantwortliche. Sie nutzen eine Plattform, um eigene Emissionen abzuwickeln. Die Entscheidung ist operativ: Time-to-Launch, Mindestticket, KYC-Abbruchquote, Skalierbarkeit über 100 Anleger pro Deal.

Banken und Asset Manager bieten ihren Kunden RWA-Produkte an. Regionalbanken, Sparkassen, Privatbanken, Family Offices und Asset Manager nutzen White-Label-Infrastruktur, um tokenisierte Produkte unter eigener Marke auszuspielen. Die Entscheidung ist architektonisch und regulatorisch: Lizenzpassung, Multi-Tenant-Konfiguration, Brand-Kontrolle, Integration in Depot, Fondsadministration und Kernbankensysteme.

Ein dritter Käufertyp, Infrastrukturbetreiber, die unter dem EU DLT-Pilotregime eine Handelsplattform aufsetzen, existiert, ist im DACH-Raum aber selten.

Welche Fähigkeiten gehören in die Bewertungs-Checkliste?

Diese zehn Fragen gehören in jede RFP und trennen Marketingversprechen von operativer Realität.

  1. Unter welchen Rechtsregimen begibt die Plattform, aufgeschlüsselt nach Jurisdiktion? Akzeptabel sind präzise Antworten wie eWpG, EU-Prospektverordnung, MiFID II, MiCAR, AIFMD, AltFG für Österreich, DLT-Gesetz für die Schweiz, nicht generisches "compliant".

  2. Welcher permissionierte Token-Standard kommt zum Einsatz? ERC-3643 ist der am weitesten verbreitete Standard.

  3. Wer hält die BaFin-, FMA- oder FINMA-Erlaubnis, und in welcher Jurisdiktion?

  4. Kann der Anleger KYC in unter fünf Minuten mobil abschließen, und ist das Profil über Emissionen wiederverwendbar?

  5. Läuft die Plattform als White-Label unter der Marke des Emittenten oder als Marktplatz, bei dem der Plattformbetreiber die Anlegerbeziehung hält?

  6. Wie lang ist die Time-to-Launch vom unterschriebenen Term Sheet bis zur ersten Zeichnung?

  7. Wie werden Kupons, Ausschüttungen und Kapitalmaßnahmen automatisiert?

  8. Gibt es einen Sekundärtransferpfad, und welche Compliance-Prüfungen laufen beim Transfer?

  9. Wie hoch sind die Gesamtkosten pro Emission und pro laufendem Anleger?

  10. Welche namentlich genannten Emittenten sind live, in welcher Asset-Klasse, mit welchem Volumen?

Wie schneiden die führenden Plattformen ab?

Die Tabelle nutzt öffentlich verfügbare Angaben mit Stand Mai 2026. Selbstgemeldete AUM-Zahlen sind indikativ, nicht testiert.


Plattform

Hauptsitz

Token-Standard

Regulatorischer Kern

AUM-Signal

Stärke

Securitize

USA

DS Protocol

SEC-Broker-Dealer, ATS, Transfer Agent

4 Mrd. USD+ tokenisierte RWA (Mai 2025), tokenisiert BlackRock BUIDL

US-Pfad, Partnerschaften mit BlackRock, Apollo, KKR, Hamilton Lane

Tokeny

Luxemburg

ERC-3643 (T-REX)

EU-Wertpapierrecht und MiCAR über Partner

28 bis 32 Mrd. USD unter ERC-3643, Mehrheit bei Apex Group seit 2025

Permissioned Token, Multi-Chain

Centrifuge

Distribuiert

Tinlake, V3

Mixed: US, EU über Partner

1,2 Mrd. USD+ TVL Mitte 2025, V3 mit Wormhole im April 2025

Tokenisierter Private Credit, On-Chain-Fonds (JAAA, S&P-Exposure)

Polymath, Polymesh

Kanada

Polymesh Native

Eigene Wertpapier-Blockchain

Institutionelle Pilotprojekte

Identitäts- und Compliance-Logik auf Protokollebene

ONINO

EU

ERC-3643 plus Custom

eWpG, EU-Prospektverordnung, MiCAR, AIFMD, DLT-Gesetz CH

35 Mio. EUR+ vermittelt, mehr als 8 Live-Plattformen, Volksbank-Partnerschaft

EU White-Label, Time-to-Launch unter 24 Stunden, breite Instrumentenabdeckung

Die richtige Plattform hängt vom Regulierungspfad, der Asset-Klasse und der Frage ab, ob Sie die Anlegerbeziehung selbst halten wollen. Ein US-Asset-Manager, der einen Treasury-Fonds tokenisiert, und ein deutscher Mittelstandsimmobilienentwickler haben unterschiedliche Bedürfnisse und sollten nicht dieselbe Plattform wählen.

"Die Möglichkeiten des eWpG für Schuldverschreibungen sind zu begrüßen. Defizite bestehen jedoch im Bereich tokenisierter Vermögensanlagen, da elektronische Wertpapiere zwingend in zentrale Register mit besonders zugelassenen Registerführern eingetragen werden müssen."

Dr. Lutz Auffenberg, LL.M., Gründer FIN LAW.

Worauf sollten Emittenten achten?

Wer als Emittent zwischen 1 und 50 Millionen Euro aufnimmt, optimiert auf drei Punkte. Erstens Time-to-Launch. Eine Emission, die sechs Monate Setup braucht, hat einen großen Teil der Anlegerpipeline bereits durch Attrition verloren. Die schnellsten Plattformen sind in unter 24 Stunden Infrastruktur-Setup live, sobald die rechtliche Strukturierung steht. Zweitens mobile-first KYC mit wiederverwendbarem Anlegerprofil. Die meisten Investoren schließen das Onboarding auf dem Smartphone ab, und ein wiederverwendbares KYC senkt die Abbruchquote spürbar. Drittens White-Label-Auftritt. Landet der Anleger auf einem generischen Marktplatz mit fremdem Logo, ist die Anlegerbeziehung aufgegeben und die Folgeemission gefährdet.

Bei Immobilien, Solar und Wind sowie Private Credit liegen typische Dealgrößen zwischen 500.000 und 10 Millionen Euro. Diese passen in Deutschland sauber in die Prospektpflicht-Befreiung bis 8 Millionen Euro mit Vermögensanlagen-Informationsblatt, in Österreich in den AltFG-Pfad bis 5 Millionen Euro. Kunst und Sammelobjekte verlangen fast immer eine SPV-Struktur mit Beteiligungstoken oder Genussrechten, und genau diese Flüsse bilden den Alltag von Private-Markets-Emittenten auf der Plattform.

Worauf sollten Banken und Asset Manager achten?

Für Banken und Asset Manager ist die Entscheidung architektonisch. Vier Punkte sind zentral. Erstens Multi-Tenant-White-Label, damit mehrere Emissionen mit separaten Compliance-Konfigurationen auf gemeinsamer Infrastruktur laufen können. Zweitens regulatorische Passung zur eigenen Lizenz, also BaFin, FMA oder FINMA. Eine Plattform, die auf SEC-Broker-Dealer-Logik aufbaut, ist teuer für DACH-Anwender nachzurüsten, und umgekehrt. Drittens Integration in Depotbank, Fondsadministration und Kernbanken-Stack. Viertens das Partnerschaftsmodell: Manche Anbieter kooperieren, andere konkurrieren mit Ihnen um den Endkunden.

Die Volksbank-Partnerschaft mit ONINO ist im DACH-Raum ein produktives Referenzbeispiel für das bankgeführte Modell. Die Übernahme von Tokeny durch Apex Group ist ein weiteres Datenpunkt: Große Fondsadministratoren kaufen die Infrastruktur, statt sie selbst zu bauen.

Typische Stolpersteine

Drei Muster killen RWA-Plattformentscheidungen. Erstens die Vermischung von DLT und Tokenisierung. Die meisten praktischen DACH-Emissionen laufen über elektronische Register nach eWpG, nicht über DLT-Handelsplätze. Zweitens die Auswahl einer Plattform, die für Krypto-native Distribution gebaut ist, obwohl der echte Anlegerstamm institutionell oder Private Wealth ist. Drittens das Akzeptieren von AUM-Zahlen, ohne danach zu fragen, welche Assets live und welche Pipeline sind.

Wie laufen Sie die Auswahl?

Wählen Sie zwei bis drei Anbieter. Schicken Sie die zehn Fragen oben raus. Lassen Sie sich von jedem Anbieter eine Live-Emission Ende-zu-Ende vorführen und einen Referenzemittenten in Ihrer Asset-Klasse benennen. Referenzgespräche schlagen Broschüren.

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Steht ONINO auf Ihrer Shortlist, bringen Sie Ihre Asset-Klasse, die Zielgröße und Ihre Jurisdiktion mit. Wir gehen den Strukturierungspfad, das White-Label-Setup und die Time-to-Launch gemeinsam durch.

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